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Behandlung

Hautarzt
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Behandlung von Neurodermitis

Welche Therapien gibt es?

Du hast die Diagnose Neurodermitis erhalten, und nun geht es um die Wahl der geeigneten Therapie. 

Stufentherapie bei Neurodermitis

Diese Seite kann und soll eine medizinische Beratung nicht ersetzen. Finde gemeinsam mit Deiner:Deinem Dermatolog:in heraus, welche Behandlung für Dich optimal ist. 

Die Therapie der Neurodermitis ist den unterschiedlichen individuellen Phasen je nach Schwere und Chronizität anzupassen. Das folgende Stufenschema ist deshalb nur ein Anhaltspunkt, der je nach Lebensalter, Erkrankungsverlauf, Lokalisation und individuellem Leidensdruck angepasst werden soll.1

Stufe 1 und damit die Basis der Therapie stellt zum einen die Reduktion von Provokationsfaktoren dar sowie die stadienabhängige Hautpflege mit Produkten, die die Hautbarriere unterstützen.1 

Bei Stufe 2 können zu den erforderlichen Maßnahmen der vorherigen Stufe noch topische Glukokortikosteroide und/oder topische Calcineurin-Hemmer verschrieben werden. In Stufe 3 werden ebenfalls die erforderlichen Maßnahmen der vorherigen Stufen angewandt sowie systemische Medikamente verschrieben. Eine UV-Therapie kann ab Stufe 3, insbesondere bei Erwachsenen, indiziert sein.1

Die Behandlungsmöglichkeiten werden in der Neurodermitis-Leitlinie der dermatologischen Fachgesellschaften festgehalten und helfen Deiner:Deinem Ärztin:Arzt bei der Entscheidung.1

Topische Therapie

Eine Störung der epidermalen Hautbarrierefunktion, die sich klinisch als trockene Haut äußert und das Eindringen von Allergenen sowie anderen möglichen schädlichen Stoffen in die Oberhaut begünstigt, ist eines der charakteristischen Merkmale der Neurodermitis. Das Hauptprinzip dieser Basistherapie der gestörten Hautbarrierefunktion besteht darin, der oberen Epidermis Lipide zuzuführen, um die Hautbarriere wiederherzustellen.1

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Cremes, Salben und Lotionen

Was sind die Unterschiede?  

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Basistherapie

Die dauerhafte Behandlung mit Emollienzien

Topische Therapie

Hautpflege am Ellbogen

Basistherapie mit Emollienzien und Moisturizer

Die Basistherapie der Haut mit Emollienzien steht im Zentrum jeder Behandlung der Neurodermitis und sollte dauerhaft erfolgen. Emollienzien enthalten oft Moisturizer („Feuchtigkeitscreme“) wie z. B. Harnstoff oder Glycerin, welche die die Hydratation des Stratum corneum fördern und zusätzlich Moleküle, die den Wasserverlust verringern. Harnstoff kann bei Säuglingen zu Hautreizungen führen und sollte daher in dieser Altersgruppe gemieden werden. Kleinkinder sollten mit niedrigeren Konzentrationen an Harnstoff behandelt werden als Erwachsene. Glycerin scheint besser toleriert zu werden als Harnstoff und Natriumchlorid.1

Bei der Behandlung der Neurodermitis sollen Emollienzien bedarfsgerecht als Basistherapie zur Verhinderung von Schüben und zur Linderung der Symptome auch im schubfreien Intervall eingesetzt werden.1

Unterschiede zwischen Salben, Cremes und Lotionen

 

Salben, Cremes und Lotionen untersacheiden sich in ihrer Zusammensetzung bzw. in ihrem Wasser- und Fettanteil.2

  • Salben enthalten am meisten Fett und eignen sich bei starker Neurodermitis.2
  • Cremes enthalten im Vergleich zu Salben mehr Wasser und sind daher leichter aufzutragen.2
  • Lotionen enthalten von den drei Produkten am meisten Wasser. Aufgrund ihres hohen Wasseranteils verdunsten sie schnell, können jedoch dadurch auch einen austrocknenden Effekt haben.2

Antientzündliche Therapie

Eine wirksame topische antientzündliche Therapie hängt von drei Grundprinzipien ab: ausreichende Stärke der Wirkstoffe, ausreichende Dosierung und korrekte Anwendung. Als topische antientzündliche Therapien sind aktuell in Europa Glukokortikosteroide (TCS) und Calcineurin-Inhibitoren (TCI) zugelassen.

Bei der topischen antientzündlichen Therapie unterscheidet man das reaktive vom proaktiven Management. Bei der reaktiven Behandlung wird das entzündungshemmende Präparat auf die sichtbaren Hautläsionen aufgetragen und nach dem Abklingen bzw. dem fast vollständigen Abklingen der Läsionen abgesetzt. Die proaktive Therapie ist eine Kombination aus einer vorher festgelegten, langfristigen Therapie mit einem antiinflammatorischen Wirkstoff, der in der Regel zweimal  wöchentlich auf die zuvor entzündeten Hautstellen aufgetragen wird, und einer großzügigen täglichen Anwendung von Emollienzien zur Basistherapie am gesamten Körper.1

Ein wichtiger Hinweis: Viele Produkte für die tägliche Hautpflege sind frei verkäuflich, manche davon sind nur in der Apotheke erhältlich. Andere Produkte sind dagegen rezeptpflichtig und werden von Deiner:Deinem behandelnden Ärztin:Arzt verschrieben.

Grafik Chemische Verbindung

Topische Glukokortikosteroide und Calcineurin-Inhibitoren

Was können diese Wirkstoffe?

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Antimikrobielle-Therapie

Alternative zu Entzündungshemmern und Calcineurin-Hemmern?

Antientzündliche Therapie

Tube antientzündliche Creme

Topische Glukokortikosteroide und Calcineurin-Inhibitoren

Topische Glukokortikosteroide (TCS) werden stadienadaptiert bei akuten und chronischen Entzündungen der Haut bei Neurodermitis in Abhängigkeit von der Symptomatik (vor allem Juckreiz, Schlaflosigkeit) als First-Line-Therapie eingesetzt. TCS haben eine immunsuppressive Wirkung, sie regulieren zahlreiche Aspekte der Immunantwort herab und hemmen u. a. T-Lymphozytenfunktionen. Die Wirkstärke der TCS wird in Klassen eingeteilt, die von schwach wirksam (Klasse I) bis sehr stark wirksam (Klasse IV) reichen.1

Topische Calcineurin-Inhibitoren (TCI) haben eine immunsuppressive Wirkung, sie reduzieren die Aktivität des Phosphorylase-Enzyms Calcineurin und hemmen damit die Aktivierung von bestimmten Immunzellen, sogenannten T-Lymphozyten. Zu den häufigsten Nebenwirkungen von TCI zählen zu Beginn der Behandlung ein vorübergehendes Wärmegefühl, Kribbeln oder Brennen im Bereich der Applikationsstellen. Im Gegensatz zu TCS induzieren sie jedoch beispielsweise keine Hautatrophie.1

Antimikrobielle Therapie

 

Eine zusätzliche Behandlung mit topischen Antiseptika sollte bei Patient:innen mit Neurodermitis nur bei Vorliegen evidenter Superinfektionen erfolgen. Bei Patient:innen  mit großflächigen superinfizierten Läsionen soll eine systemische Antibiotikatherapie erfolgen. Eine generelle Anwendung von topischen Antibiotika soll bei Neurodermitis nicht erfolgen, da die Gefahr einer Resistenzentwicklung und einer Sensibilisierung besteht.1

Systemtherapie

Tabletteneinnahme bei Neurodermitis

Systemtherapie

Eine Systemtherapie (anderer Begriff: systemische Therapie) der Neurodermitis ist angezeigt, wenn die Erkrankung mit topischen Behandlungen nicht ausreichend kontrolliert werden kann. Eine systemische Therapie kann auch sinnvoll sein, um die Gesamtmenge von topischen Glukokortikosteroiden bei Neurodermitis-Patient:innen zu reduzieren, die über längere Zeiträume große Mengen stark wirksamer Glukokortikosteroide benötigen. Die Indikation zur Systemtherapie und das Ansprechen der Patient:innen auf topische und systemische Behandlungen sollen in Klinik und Praxis in geeigneter Form erfasst und dokumentiert werden. Eine standardisierte Dokumentation der Indikation zur Systemtherapie bei Neurodermitis sollte erfolgen.1 

In den letzten Jahren wurde eine Reihe neuer Präparate für die Behandlung der Neurodermitis zugelassen, weitere befinden sich in der letzten Phase der klinischen Entwicklung. Die Zulassungsprogramme für die verschiedenen neuen Biologika und niedermolekularen Wirkstoffe, wie z. B.  Januskinase-Inhibitoren, bieten weitaus höhere Evidenzgrade, als dies für die bereits länger existierenden Arzneimittel und die Phototherapie der Fall ist.1

Neurodermitis natürlich behandeln

Alternative Arzneimittel und Heilverfahren wie z. B. Akupunktur finden in der Behandlung von chronischen Hauterkrankungen wie Neurodermitis Anwendung. Jedoch werden diese Ansätze aufgrund mangelnder Evidenz nicht empfohlen.1

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Natürlich mit System

Welche Hausmittel eignen sich zur Einnahme?

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Darmflora

Welche Rolle spielt der Darm?

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Natürlich topisch

Welche alternativen Heilverfahren eignen sich zur äußerlichen Anwendung?

Neurodermitis natürlich behandeln

Blume als Symbol für Naturmedizin

Hausmittel zur Einnahme

Hau(p)tsache natürlich: Öle und Vitamine bei Neurodermitis

Eine Auswertung von Studien (systemisches Review) über Nahrungsergänzungsmittel wie Fischöl, Vitamin D oder Vitamin E hat gezeigt, dass es keinen überzeugenden Nachweis für den Nutzen von Nahrungsergänzungsmitteln bei Neurodermitis gibt.1

Einfluss der Darmgesundheit auf Neurodermitis

Könnnen Pro- und Präbiotika bei Neurodermitis helfen?

In den letzten Jahren wurde der Zusammenhang zwischen einer gestörten Darmfunktion und der Entstehung von Neurodermitis untersucht. Die Daten zur Prävention oder Verbesserung der Neurodermitis bei Einnahme von Probiotika, z. B. Präparaten mit Milchsäurebakterien, sind aber widersprüchlich.3 Aktuell können keine allgemeinen Empfehlungen zur Einnahme von Probiotika und Präbiotika bei Neurodermitis gegeben werden.4

Hausmittel zur äußerlichen Anwendung bei Neurodermitis

Keine Geheimnis-Cremerei: Öle und Tee zur unterstützenden Behandlung des atopischen Ekzems

Folgende Öle können neurodermitische Haut zusätzlich pflegen:

  • Derzeit liegen noch keine klinischen Studien zur Wirkung von Schwarzkümmelöl vor, aber aufgrund von experimentellen Untersuchungen scheint eine Linderung der Beschwerden plausibel.5
  • Johanniskrautöl hat eine antientzündliche Wirkung, aber der Nutzen bei Neurodermitis wurde noch nicht hinreichend untersucht.6

Kamillentee kann aufgrund der wundheilenden Eigenschaften der Kamille in Form von Umschlägen auf der Haut angewendet werden.7

Hinweis: Die Verwendung von Schwarzkümmel- und Johanniskrautöl sowie Kamillentee ersetzt keine antientzündliche Therapie und sollte nur in Absprache der Ärztin oder dem Arzt erfolgen.

Nichtmedikamentöse Therapieverfahren

Weitere Therapien können die medikamentöse Behandlung der Neurodermitis begleiten.

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Von Neurodermitis-Schulungen bis zur UV-Strahlung

Was gibt es da noch alles?

Nichtmedikamentöse Therapieverfahren

Fernsicht

Weitere Behandlungsmöglichkeiten bei Neurodermitis

  • Schulungsprogramme für Patient:innen mit Neurodermitis sowie ihre Familien1
  • Psychoedukative Programme mit nachgewiesener Wirksamkeit sollen bei Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen mit Neurodermitis bedarfsgerecht eingesetzt werden.1
  • Eine UV-Therapie (sowohl Schmalband-UVB als auch UVA1) sollte insbesondere bei Erwachsenen zur Juckreizbehandlung bei Neurodermitis zeitlich befristet eingesetzt werden und auch erwogen werden, wenn wenig entzündliche Manifestationen vorliegen. Es gilt, dass Schmalspektrum-UVB und mittlere Dosen von UVA1 bei Erwachsenen mit mittelschwerer bis schwerer Neurodermitis mit lediglich max. 2 Therapiezyklen pro Jahr eingesetzt werden sollten. Die Anwendung von Schmalspektrum-UVB oder UVA1 kann bei Kindern und Jugendlichen nach Beurteilung des Hauttyps (siehe Hintergrundtext der aktualisierten S3-Leitlinie "Atopische Dermatitis") erwogen werden. Häufige oder langwierige Behandlungszyklen sollten vermieden werden1

FAQs

Was kann gegen Neurodermitis helfen?

Die Hauterscheinungen der Neurodermitis sind je nach Stadium (akut oder chronisch) und Lebensalter verschieden. Die Behandlung der Neurodermitis erfordert eine Vielzahl von Maßnahmen, die individuell auf die Patient:innen abgestimmt werden sollten.1

Was gibt es Neues gegen Neurodermitis?

In den letzten Jahren wurde eine Reihe neuer Präparate zur Behandlung der Neurodermitis zugelassen, weitere befinden sich in der letzten Phase der klinischen Entwicklung. Die Zulassungsprogramme für die verschiedenen neuen Biologika und niedermolekularen Wirkstoffe, wie etwa Januskinase-Inhibitoren bieten weitaus höhere Evidenzgrade als dies für die bereits länger existierenden Arzneimittel und die Phototherapie der Fall ist.1

Gibt es eine neue Spritze gegen Neurodermitis?

Einige der neueren systemischen Substanzen, zu denen die sogenannten Biologika zählen, werden subkutan (unter die Haut) verabreicht.1

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Referenzen

  1. S3-Leitlinie: Atopische Dermatitis (Neurodermitis; atopisches Ekzem). Langversion, Stand: 06/2023. Verfügbar unter: https://register.awmf.org/assets/guidelines/013-027l_S3_Atopische-Dermatitis-AD-Neurodermitis-atopisches-Ekzem_2024-01.pdf
  2. gesundheitsinformation.de. Hautpflege bei Neurodermitis. [Internet]. 2021 [zitiert 20.11.2023]. Verfügbar unter: https://www.gesundheitsinformation.de/hautpflege-bei-neurodermitis.html
  3. Wollenberg A et al. Consensus-based European guidelines for treatment of atopic eczema (atopic dermatitis) in adults and children: part I. J Eur Acad Dermatol Venereol 2018;32(5):657–82
  4. Grüber C. Probiotics and prebiotics in allergy prevention and treatment: future prospects. Exp Rev Clin Immunol 2012;8(1):17–9
  5. Chrubasik-Hausmann S. Schwarzkümmel (Nigella sativum) [Internet]. 2018 [zitiert 15.01.2023]. Verfügbar unter: https://www.uniklinik-freiburg.de/fileadmin/mediapool/08_institute/rechtsmedizin/pdf/Addenda/Schwarzkümmel.pdf 
  6. Bork PM et al. Hypericin as a non-antioxidant inhibitor of NF-kappa B. Planta Med 1999;65(4):297–300. Zitiert von: Hänsel R, Sticher O. Pharmakognosie Phytopharmazie. 15. Auflage. Stuttgart: Wissenschaftliche Vertragsgesellschaft Stuttgart; c2015. Sektion 20.10.1, Johanniskrautöl, Johannisöl; S. 846
  7. Drugs and Lactation Database (LactMed®). Chamomile. [Internet]. Bethesda (MD): National Institute of Child Health and Human Development; 2006 [zitiert 13. November 2023]. Verfügbar unter: http://www.ncbi.nlm.nih.gov/books/NBK501808/
  8. Heratizadeh A et al. Effects of structured patient education in adults with atopic dermatitis: Multicenter randomized controlled trial. J Allergy Clin Immunol 2017;140(3):845–53.e3

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